Nach Einschätzung des Bundesverbandes der Campingwirtschaft in Deutschland e.V. (BVCD) hat das Wachstumsbeschleunigungsgesetz in der Campingplatzbranche allein in diesem Jahr Investitionen von bis zu 200 Mio. € ausgelöst bzw. initiiert.
Der BVCD hat Anfang Juni 2010 eine "BVCD-Blitzumfrage" zum Thema: "Effekte in der Campingwirtschaft nach Einführung des reduzierten Umsatzsteuersatzes für Touristikcamping" durchgeführt. An der Umfrage beteiligten sich rd. 1/4 aller Mitgliedsbetriebe.
Das Ergebnis ist erstaunlich: Durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz wurden in den ersten 5 Monaten des Jahres 2010 in der Campingplatzbranche in Deutschland bis zu 200 Mio. € Investitionen ausgelöst, die z. T. bereits durchgeführt wurden bzw. in nächster Zukunft noch umgesetzt werden. Es handelt sich überwiegend um Investitionen zur Verbesserung der Infrastruktur und zahlreiche Maßnahmen zur Optimierung der Servicequalität geplant.
Laut "BVCD-Blitzumfrage" ist mit bis zu 4.500 zusätzlichen Arbeitsplätzen, zahlreichen Ausbildungsplätzen in der Campingbranche und weiteren Arbeitsplätzen in den mit ihr verflochtenen Branchen zu rechnen. Außerdem wurde in vielen Betrieben das Lohn und Gehaltsniveau angepasst bzw. angehoben.
Derzeit mehren sich die kritischen Stimmen in Politik und Wirtschaft, die eine öffentliche Diskussion über eine mögliche Korrektur der neuen Steuersätze für den Beherbergungsbereich vorantreiben. Die Umfrageergebnisse dokumentieren, dass zahlreiche Campingunternehmer durch diese öffentliche Debatte stark verunsichert wurden und ihre zunächst geplanten Investitionsvorhaben zeitlich hinauszögern wollen, bis Klarheit über die unveränderte Gesetzeslage besteht.
Die Umsatzsteuerreduzierung für Beherbergungsleistungen wurde eingeführt, um die Wettbewerbsnachteile deutscher Beherbergungsbetriebe vor allem im Bereich des Urlaubstourismus zu beseitigen. Viele europäische Campingurlaubsländer, die in Konkurrenz zum Deutschlandtourismus stehen, verfügen bereits über einen reduzierten Umsatzsteuersatz und damit über bessere Wettbewerbschancen.
Die seitens der BVCD-Mitgliedsbetriebe geplanten bzw. bereitsrealisierten Investitionen und Maßnahmen werden die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Campingplatzbranche im internationalen Vergleich zusätzlich stärken. Der BVCD begrüßt die Investitionsfreudigkeit seiner Mitgliedsbetriebe in hohem Maße und sieht es als eine entscheidene Aufgabe der Zukunft an, die Qualität des Campingangebotes in Deutschland weiter zu steigern. Nur so ist es möglich, den gestiegenen Ansprüchen der Zielgruppe gerecht zu werden und im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben.
Mit einer Änderung des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes und damit Rücknahme des reduzierten Umsatzsteuersatzes für Touristikcamping würde die Finanzkraft der Unternehmen geschwächt und damit die geschaffenen Grundlagen für Investitionen wieder entzogen. Viele Unternehmen, die bereits im Hinblick auf die neuen Rahmenbedingungen Investitionsentscheidungen getroffen haben, würden sich sogar finanziell gefährdet sehen.
Dr. Gunter Riechey, Präsident des BVCD erläutert in diesem Zusammenhang: „Die geplanten Investitionen und Maßnahmen unserer Mitgliedsbetriebe haben einen unmittelbar positiven volkswirtschaftlichen Effekt, weil sie im Sinne des Gesetzes das volkswirtschaftliche Wachstum fördern bzw. beschleunigen. Die aktuellen Diskussionen sind kontraproduktiv, stattdessen sollten die politischen Entscheidungsträger in Bund, Länder und Regionen dafür sorgen, dass verlässliche Rahmenbedingungen für den Campingtourismus in Deutschland erhalten bleiben."










