
Der Alte Fritz, Marlene Dietrich und Kartoffelsuppe
Großer Empfang für Tourismusbranche auf dem Campingpark Sanssouci
Gemächlich schlenderten am Dienstagabend ungefähr 100 Menschen vom Bootsanleger an der Pirschheide zum Campingpark Sanssouci. Auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des vom Deutschen Tourismus-Verband (DTV) ausgerichteten Deutschen Städte- und Kulturforums wartete nach einem langen Konferenztag nun die Entspannung. Begleitet wurde die Gruppe von knarzigen Kommentaren des als Friedrich der Große verkleideten Schauspielers Reinhard Reim, die humorig bewiesen, dass in Preußen nicht immer das freundliche Wort den Ton angegeben hatte. Auf dem Campingpark warteten eine kleine Rede von Dieter Hütte, dem Geschäftsführer der Tourismus Marketing Brandenburg, ein Willkommensgruß von Dieter Lübebrding, dem Geschäftsführer des Campingparks Sanssouci und ein großes Buffett auf die nach den Mühen des langen Tages Hungrigen. Auf drei Feuern köchelten die Suppen, die sich als Caputher Fischtopf, Preußische Kartoffelsuppe und Pirschheider Wildtopf heimisch gaben; am Kalten Buffet lockten neben den preußisch-korrekten Kartoffelgerichten auch geräucherter Fisch und andere kalte Köstlichkeiten; Hirschbraten bildete den an die Jagdtradition der Region erinnernden warmen Gegenpart. Nach dem Sektempfang präsentierte sich zur Überraschung aller eine Marlene Dietrich in einem offenen Oldtimer, und ihre Begleitung war unschwer als Josef Stalin zu erkennen. Die große Dame der Film- und Gesangskunst enttäuschte das Publikum nicht, als sie später den unvergessenen Song Lilli Marleen intonierte.
Das Deutsche Städte- und Kulturforum wird zweimal jährlich vom DTV organisiert, damit sich die Profis der deutschen Tourismusbranche über Trends und Sorgen austauschen können. Ganz gegen den Trend gibt es hier aber weniger Sorgen als Freude, denn der deutsche Tourismus schreibt schwarze Zahlen, und die Campingindustrie konnte im letzten Jahr sogar ein Plus von mehr als 5% an Übernachtungen erarbeiten, sagte DTV-Hauptgschätfsführerin Claudia Gilles. So war der Besuch des Campingparks programmgemäß, ist der Campingpark Sanssouci doch der einzige deutsche Campingbetrieb, der das Service-Qualitäts-Siegel der Stufe 3 erhalten hat. Die Gäste bemerkten dies an den vielen Überraschungen des umfangreichen Programms und der kulinarischen Qualität der Speisen. Nach dem Schlemmen gab es einen Parcours, bei dem es galt, Wissensfragen zu beantworten. Sportlich wurde es am Armbrust-Stand, am Laufband und beim Rudern, es wurde laut und herzlich gelacht. Dieter Hütte zeigte allen, dass man innerhalb von zwei Sekunden ein Zelt durch bloßes Werfen aufbauen kann. Beim Kickern waren die Männer des DTV herausragend und hatten sich redlich die abschließende Berliner Currywurst verdient, die dadurch doppelt schmeckte. Das Schwedenfeuer gab die romantische Beleuchtung in den späteren Abendstunden. Als am Ende noch zur Überraschung der Gäste eine Eistorte zelebriert wurde, waren alle überaus zufrieden. Als der Mond über der Havel aufgegangen war, brachten Bus-Shuttles die satten und um viele Begegnungen reicher gewordenen Gäste in ihre jeweiligen Hotels zurück.









